Verletzte ältere Fussballspieler auf einem matschigen Spielfeld neben einem Banner mit der Aufschrift «Ü50 Grümpelturnier - Porzellan-Liga. Gesundheitskosten explodieren!»

Social Media Verbot U16

Nur mit einem Generationen-Deal!

Gesetze sind Regeln auf der Basis von Prinzipien und Normen. In Gesetzen werden auch Verfahren bestimmt, wie sie einzuhalten sind und was passiert, wenn sie nicht eingehalten werden. Gesetze sind nicht in Stein gemeisselt, sie entwickeln sich, können immer wieder angepasst werden.

Genauso müssen wir das diskutierte Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige betrachten. Man muss es aufsetzen, umsetzen und dann gut 15 Jahre lang beobachten – inklusive ständiger Bestandesaufnahmen.

Es braucht das Gesetz als Test …

Ein notwendiges Experiment? Ja. Denn die Auswirkungen auf die neuronale Entwicklung sind besorgniserregend:

  • Variable Belohnungsintervalle: Die Algorithmen nutzen Mechanismen der Konditionierung, die zu zwanghaften Nutzungsmustern führen können.
  • Beeinträchtigung der Impulskontrolle: Die ständige sofortige Befriedigung durch Kurz-Contents erschwert das Erlernen von Belohnungsaufschub.
  • Soziale Validierungsschleifen: Der präfrontale Cortex wird durch den permanenten Abgleich mit unrealistischen Standards in einer sensiblen Phase der Identitätsfindung überlastet.
  • Neuroplastizität: In der Pubertät findet ein massiver Umbau des Gehirns statt; digitale Dauerreize können die Reifung stabiler neuronaler Netzwerke beeinflussen.

Eigentlich müsste dieses Verbot konsequenterweise bis zum 25. Lebensjahr gelten. Erst dann ist der präfrontale Cortex – das Areal, das für vernünftige Langzeitentscheidungen und Emotionsregulation zuständig ist – vollständig ausgereift. Aber auch nicht bei allen Menschen gleich.

… die Schweiz soll aber nicht mit-testen!

Während Länder wie Australien solche Verbote zentralistisch vorantreiben, bremst uns in der Schweiz die eigene Struktur aus. Wir haben kein nationales Familienministerium. Familien- und Ausbildungsfragen sind laut Bundesverfassung (Art. 62) primär Sache der Kantone. Zwar gibt es einen nationalen Jugendmedienschutz (JSFV), doch dieser ist beim Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) angesiedelt.

Warum dort? Weil der Bund für Jugendpolitik kaum direkte Kompetenzen hat und den Umweg über die soziale Sicherheit nehmen muss.

Bevor wir uns also im föderalen Kompetenzgerangel zwischen 26 Kantonen und dem BSV einig werden, lassen wir entspannt den anderen den Vortritt.

Sollen Australien und Co. die Beta-Tester spielen!

Die Älteren sollten besser vor ihrer eigenen Türe kehren!

Trotzdem bleibt ein schaler Nachgeschmack: Es geht nicht an, dass ältere Generationen Gesetze für eine Lebensrealität entwerfen, die sie selbst gar nicht betrifft. Das ist ganz einfach Ageismus!

Aber vielleicht wäre ein bisschen mehr Ageismus in die andere Richtung sinnvoll? Während also die anderen Länder das Social Media Verbot bis 16 testen, sollten Schweizer Boomer, Xer etc. vor der eigenen Türe kehren statt den Alphas das Sosch-Netz zu verbieten!

Der Begriff «Jugendschutz» ist ohnehin seltsam. Es braucht einen konsequenten «Menschen-Schutz». Wenn wir die Freiheit der Jungen zu deren Sicherheit beschneiden, müssen wir Älteren auch bereit sein, Risiken abzugeben.

Hier ist der Deal – Whataboutism to the max:

  1. Quellen-Check-Lizenz ab 60: Der Medien-Führerschein für Silversurfer Bevor wir den Jungen Social Media verbieten, brauchen alle über 60 eine obligatorische Lizenz zur Teilnahme an digitalen Diskursen. Studien zeigen regelmässig, dass ältere Generationen überproportional häufig auf Fake News hereinfallen und diese in ihren Netzwerken ungeprüft weiterverbreiten. Wer keine verifizierte Kompetenz im Quellen-Check und in der Erkennung von KI-Manipulationen nachweist, verliert das Recht auf Kommentarspalten und Share-Buttons. Der Schutz der Demokratie vor digitaler Unvernunft im Alter ist mindestens so wichtig wie der Schutz der Jugend vor Algorithmen.
  2. Porzellan-Fussball-Liga abschaffen: Verletzungsschutz ab 45 Fussball und andere Kontaktsportarten werden für alle über 45 schlicht und einfach verboten. Wer in diesem Alter noch Grätschen im Strafraum ansetzt, verhält sich wie jemand, der mit einer Ming-Vase zum Völkerball antritt. Unsere Gelenke sind ab Mitte 40 kein elastischer Gummi mehr, sondern ähneln eher sprödem Pergament. Das Risiko für das Gesundheitssystem ist schlicht zu hoch: Ein einziger falscher Zweikampf, und die Allgemeinheit muss die Scherben eines sportlichen Ehrgeizes zusammenfegen, der biologisch längst abgelaufen ist. Alpin-Skifahren ist im Gegensatz zu gemütlichen Touren auch viel zu gefährlich! Die Porzellan-Pisten-Riders gehören auch verboten.
  3. Zellgift-Stopp: Alkoholverbot ab 70 Ab dem 70. Geburtstag gilt ein striktes Alkoholverbot. Alkohol ist und bleibt ein Zellgift, und im fortgeschrittenen Alter ist die Fähigkeit des Körpers zur Regeneration neuronaler Netze und der Leberzellen praktisch bei Null. Wer in ein historisches Uhrwerk Lösungsmittel schüttet, darf sich nicht wundern, wenn die Zahnräder stehen bleiben. Zudem potenzieren sich die Risiken durch Wechselwirkungen mit Medikamenten und die massive Erhöhung der Sturzgefahr. Den Schutz der «Silversurfers» vor dem schleichenden Verfall durch Genussgifte zur Priorität zu machen, ist kein Entzug von Freiheit, sondern eine lebensverlängernde Massnahme für die gesamte Gesellschaft.
  4. Wohnraum-Fairness ab 55: Der Quadratmeter-Cut Ab dem 55. Lebensjahr, spätestens wenn die Kinder ausgezogen sind, erlischt der Anspruch auf übermässigen Wohnraum. Wer zu zweit auf 200 Quadratmetern im Einfamilienhaus residiert, während junge Familien in Drei-Zimmer-Wohnungen ersticken, handelt sozial schädlich. Es braucht eine gesetzliche Umzugspflicht in altersgerechte, effiziente Wohnformen. Das spart nicht nur massive Heizkosten und graue Energie, sondern entlastet den Immobilienmarkt für die produktive Generation. Ein Haus ist eine Ressource für die Aufzucht der nächsten Generation, kein Museum für die eigene Vergangenheit.
  5. Cholesterin-Stopp ab 55: Das Rote-Fleisch-Kontingent Rotes Fleisch und verarbeitete Wurstwaren werden ab 55 streng kontingentiert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft verarbeitetes Fleisch als krebserregend ein, und die Kosten für die Behandlung von Darmkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen belasten das Gesundheitssystem einseitig. Wer sich im Alter weiterhin das tägliche Steak oder die Salami gönnt, riskiert wissentlich einen medizinischen Notfall auf Kosten der Allgemeinheit. Eine Ernährungsumstellung auf pflanzliche Proteine wird ab diesem Alter zur gesetzlichen Pflicht, um die biologische «Laufzeit» ohne teure Reparaturen zu verlängern.
  6. Stress-Stopp ab 58: Das obligatorische Karriere-Sabbatical Führungskräfte und Entscheidungsträger in hohen Positionen müssen ab 58 zwingend in Teilzeitmodelle oder beratende Rollen wechseln. Die Burnout-Raten und stressbedingten Langzeitausfälle in dieser Altersgruppe sind ein volkswirtschaftliches Desaster. Zudem blockieren «Sesselkleber» den Aufstieg jüngerer Talente, die mit frischen Perspektiven und höherer digitaler Kompetenz die Transformation der Wirtschaft vorantreiben könnten. Ein gesetzlich verordneter Rückzug schützt die älteren Arbeitnehmenden vor dem Herzinfarkt im Sitzungszimmer und das Unternehmen vor Innovationsstau.
  7. CO2-Budget-Deckelung ab 60: Die Kreuzfahrt- und Langstrecken-Sperre Die Generation, die am meisten von der fossilen Ära profitiert hat, darf in ihrem letzten Lebensdrittel nicht weiterhin das restliche CO2-Budget der Erde verprassen. Kreuzfahrten und Flugreisen über 4000 Kilometer werden ab 60 auf ein Minimum reduziert. Es ist ökologisch unverantwortlich, wenn die «Silversurfer» die Weltmeere mit Schweröl-Dampfern befahren, während die Alphas eine Welt mit irreversiblen Klimaschäden erben. Der Schutz des Planeten erfordert eine radikale Einschränkung des CO2-intensiven Luxus-Tourismus im Alter.
  8. Von der Sportsucht zum Gesundheits-Gebot ab 50 Cardio-Sport, also dieses Ausdauer-Zeugs ist erstens total überbewertet und zweitens nur in sehr geringem Mass gesund. Menschen, die nur Cardio machen, sind faktisch gar nicht sportlich sondern sie sind einseitige Bewegungs-Suchtis. Der letzte Deal wäre also, dass Ausdauersport nur noch maximal einmal pro Woche erlaubt sein soll, unter strikter Einhaltung des medizinisch verordneten Maximalpulses. Begleitet wird dies von einem gesetzlichen Zwang zu Beweglichkeitstraining, z.B. Yoga und – gaaaaaanz wichtig – Krafttraining zur Sturzprävention. Ein Herz über 50 ist wie ein kostbarer Oldtimer-Motor: Er läuft wunderbar, solange man ihn nicht im roten Bereich über die Autobahn jagt. Wir müssen aufhören, unsere Pumpe wie einen unzerstörbaren Rennwagen zu behandeln – die traurige Statistik der Herztoten im Wald und auf den Langlaufpisten ist der Beweis, dass der Motor irgendwann einfach platzt, wenn man ihn ständig überdreht. Yoga und Krafttraining sind zudem das notwendige Chassis-Tuning, um das Gestell stabil zu halten.
  9. Mobilitäts-Cut ab 65: Vom Cockpit in die Lounge: Autofahren ab 65? Fertig, aus! Als Ausgleich gibt es bereits ab 60 das ÖV-Ticket gratis, damit alle eine fünfjährige Übergangsphase haben, um den Umstieg zu trainieren. Warum: Das Lenkrad mit 65 abzugeben, ist kein Verlust, sondern die Übergabe des Zepters. Es ist der Wechsel vom stressigen, engen Cockpit in die entspannte Lounge des öffentlichen Verkehrs. Wer fünf Jahre lang Zeit hat, das «Kapitän-Gefühl» im Zug zu üben, statt sich als tickende Zeitbombe durch den dichten Verkehr zu manövrieren, gewinnt Lebensqualität – und wir alle gewinnen Sicherheit.

Kurz: Wenn wir den Alphas etwas verbieten wollen, brauchen wir einen echten Deal zwischen den Generationen.

(Bild: KI-Kreation – inklusive Slop, siehst du den Pfusch? – zur «Porzellan-Liga». Das Bild zeigt die Risiken von Kontaktsport im Alter und dient als ironisches Argument innerhalb des «Generationen-Deals», um die Debatte um das Social-Media-Verbot U16 zu spiegeln.)

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